IBM LCSS: Lotus Collaboration Summit Stuttgart

Am Dienstag hat IBM zum zweiten Lotus Collaboration Summit geladen. Im Vorfeld gab es etwas Rummel um den Termin, auf der offiziellen Lotus Promotion Seite sind die Informationen zu vergangenen und ausgebuchten Events recht schnell verschwunden.

IBM Lotus Collaboration Summit

So ganz hat sich die Welt der Blogs (Permalinks) auch bei IBM wohl noch nicht etabliert.

Dabei nutzt IBM nach eingenen Angaben intern das volle Angebot an IM, SN, Blogs und Wikis. In den Präsentation sieht auch wirklich alles recht vielversprechend aus.

Notes

Für die Neugestaltung hat IBM Benutzerstudien mit Sekretärinnen durchgeführt und ein Designblog mit über 20.000 Kommentaren geführt.
Die Kacheln gibt es noch. Der Rest sieht aus wie Outlook, allerdings mit etwas mehr Funktionen. Ein paar Highlights:

  • Diskussionsansicht für Mails
  • stornierte Einladungen können im Kalender bleiben.
  • Suche nach Besprechungstermin mit mehreren Teilnehmern, einzelne Personen sind priorisierbar
  • Symphony als Office-Ersatz (basierend auf OpenOffice)
  • Activities als gemeinsame Ordner für Emails, Dokumente, Chat-Protokolle, …

Sametime

UC² – unified communication collaboration ist das Schlagwort im Bereich Sametime und IBM gibt offen zu, dass sich hier wenig neue Technik drin steckt.
Es geht vielmehr darum, die Kommunikationswege zusammenzuführen. So gibt es für viele Videokonferenzsysteme oder Telefonanlagen Plugins, die jegliche Technik mit Lotus und einem angeschlossenen CRM verknüpfen, für andere IM Systeme existieren Gateways.
Es gibt jetzt sogar Smilies in einem IBM-Produkt.

Connections

oder auch IQ2.0 ist das Web2.0-Produkt von IBM und umfasst ein Social Network, die Blue Pages, Blogs sowie Social Tagging. Ein paar Fakten:

  • 89.ooo Einträge in Mitarbeiterblogs, 89.000 Kommentare
  • 2,5% aller Bookmarks sind nicht öffentlich
  • 10000 Tags auf dogear
  • das Vorschlagswesen wurde auf ein Blog umgestellt, das “Thinkboard”
  • Bloginhalte bleiben bei Fluktuation im Unternehmen

Quickr

Zentrale Freigaben auf Dateiebene sollen das Versionschaos durch hin- und hergemailte Anhänge verhindern, Templates mit hinterlegtem Workflow können kleine Prozesse automatisieren und für die gemeinesame Wissensarbeit ist eine Wikiengine dabei. Der Service integriert sich sowohl in Notes, als auch in andere Office-Anwendungen.

Quickr ist ein Basic Content Service und soll die anfallenden Datenmengen effizent verwalten können.

Linux

Lotus 8 ist komplett in Eclipse entwickelt und läuft auf Windows und Linux, der IBM-Partner ist Novell mit SuSE-Linux. Kurt Fessel, Direktor von Lotus Deutschland arbeitet nach Berichten inzwischen fast nur noch unter Linux.
Ein Mac Client ist für 2008 geplant.

Selbsttest

Für den Test daheim lagen im Foyer Live-DVSs mit Suse-Linux Enterprise und Lotus 8 aus.
Das die Kombination nicht ganz so performant ist, hat Volker Weber bereits eindrucksvoll bewiesen. Ein Desktoprechner, zwei Laptops und mein Macbook sind an dem System gescheitert. Ab und zu konnte man nach 1o Minuten mal etwas versuchen, meist gab es eine nette Fehlermeldung.

Deshalb kommt der Blogeintrag zum Event auch erst heute.

nebenbei notiert

  • Wer auf Web2.0 Instrumente nicht im Unternehmen nutzt, riskiert dass Mitarbeiter freie Möglichkeiten im Netz verwenden und interne Daten über fremde Server schicken (z.B. ICQ)
  • Erste Kunden erwarten Erreichbarkeit der IM
  • Gute Unterscheidung Communities – Teams:
    • Team:
      • ergänzende Skills
      • Dinge erledigen.
      • Wikis
    • Community:
      • ähnliche Skills
      • gleiche Interessen
      • austauschen, voneinannder lernen, Kompetenz aufbauen
      • SN/Blogs/Tagging
  • Es werden höchstens 5000 Fahrzeuge gebaut werden. Denn es gibt nicht mehr Chauffeure, um sie zu steuern.
    Gottlieb Daimler

  • IM ist außerhalb von Deutschland bereits als geschäftliches Kommunikationsmittel etabliert, besonders innerbetrieblich

Anmerkungen

Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.
Ich finde es faszinierend, dass sich Elemente des Web2.0 mit Lotus 8 für den Unternehmenseinsatz offizell etabliert haben, auch die Linux-Strategie der IBM begrüße ich sehr.
Unter MacOSX und Linux bin ich es inzwischen aber gewohnt, für jede Aufgabe ein eigenes Programm zu nutzen. Trotzdem muss man nicht auf Komfort einer integrierten Lösung verzichten. Mail, Addressbook, iCal und die ganze iLife/iWork Suite arbeiten wirklich gut zusammen. Mit dbus steht unter Linux eine offene Referenzimplementierung eines Nachrichtenbus zur Verfügung. Sicher kan man das nicht direkt mit den Repliziermöglichkeiten unter Notes vergleichen, die kurzen Erfahrungen mit einem Elipsemonster auf verschiedenen Rechnern waren aber sehr ernüchternd.

Ein Review der ersten Veranstaltung im Daimlermuseum findet sich übrigens bei Robert Basic.

Update:
Auch Matthias Schwenk berichtet jetzt auf bwlzweinull.

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