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Was Enterprise2.0 jenseits des ROI leistet

Auf  der MobileTechCon wurde häufig auf den Ted Talk von Dan Pink verwiesen. Wer “Surprising science of Motivation” noch nicht gesehen hat, sollte die 18min investieren.

Mit dem (in Deutschland erst aufkeimenden) Hype Gamification lohnt es, die bekannten Basismechanismen zu betrachten. Bevor man in Aktionismus verfällt und sinnlos Badges in ein Buchungssystem einbaut. Das wäre ist keinesfalls zielführend und würde maximal kurzfristig für etwas Belustigung sorgen.

Gamification setzt neben anderen Verbesserungspotentialen vor allem bei der Reaktionsgeschwindigkeit an. Die Belohnung für eine gute Leistung ist möglicherweise extrem klein, aber zeitlich noch einwandfrei zuzuordnen. Markus Breuer hat in seinem Vortrag zu Gamefication die groben Richtwerte genannt: “2 Minuten bei einem Hund, bei Kindern ein paar mehr, eine Woche bei einem Mitarbeiter”

Dabei kann die Belohnung so banal wie ein konstruktiver Kommentar von den richtigen Personen auf einer Kollaboration-Plattform sein. Wie immer gilt auch hier, dass das Lob wohldosiert sein muss um zu wirken. Bevor man eine technische Lösung mit tausend falsch angezogenen Stellschrauben implementiert, lohnt es sich die bestehenden Systeme neu zu bewerten.

geerbtes Hierarchiedenken?

Annette Kielholz hat in ihrem Buch Online-Kommunikation ein Interview mit Fred Kindle, zu diesem Zeitpunkt CEO von ABB veröffenlicht.

Die menschliche DNA erlaubt uns nicht, uns vom hierarchischen Denken zu entfernen.

Problematisch ist nach Kindle nur der Wissens- und Machtmißbrauch in hierarchischen Strukturen. Die erhöhte Transparenz durch die zunehmende Vernetzung erschwert solchen Mißbrauch, schafft die Hierarchien als bewährtes Koordinationsmittel jedoch nicht ab.
Negative Begleiterscheinung ist nur der “Exzess an Tranparenz” und die verkürzte Weitergabe von Informationen. Ein Re-tweet ist schnell verschickt und kann für Aufregung sorgen, die Originalquelle mag bei weitem nicht so schlimm sein (im Interview ist noch von Nachrichtentickern die Rede).

Ein kurzer Reality-Check der freien-Projekte zeigt, wie gut diese Einschätzung ist:
Ubuntu hat Mark Shuttleworth, RedHat hatte Alan Cox, Linux hat Linus Torvalds, GNOME hat Miguel de Icaza, wikipedia hat Administratoren, Bürokraten, Moderatoren und Sysops, …

My 2cents:

  1. Das verleitet zu dem Schluss, dass sich Social Software in Betrieben besonders schwer tut, in denen
    • Wissens- und Machtmißbrauch ausgeprägt stattfindet
      weil die entstehende Transparenz direkt sabotiert wird.
    • keine klaren Hierarchien existieren
      aus Angst vor sich unkontrolliert bildenden und unkontrollierbaren Hierarchie
    • Netzsensibilität seitens der Unternehmenskultur nicht gewollt ist
  2. Selbstorganisation benötigt stabile Rahmenbedingungen und klare Leitbilder.

die Welt ist klein:

Joachim Lindner stellt am kommenden Enterprise 2.0 FORUM die Social Software Projekte bei ABB vor.

acht Regeln für den totalen Stillstand

Leider ohne Angabe der Quelle: Prof. Kruse über worst-practices der Unternehmensführung.
Acht Regeln für den totalen Stillstand

  • Führungskräfte sollen sich entweder ganz raushalten oder versuchen alles im Griff zuhaben.
    Das Beste ist, permanent alles im Griff zu haben und manchmal plötzlich völlige Freiheit geben.
  • Diskussionen über anstehende Veränderungen konsequent nur auf informeller Ebene führen
  • Möglichst viele Aktivitäten gleichzeitig starten um ständige Überforderung zu garantieren
  • Umfassenden Wettbewerb intern ausrufen um Konkurrenzdenken der Mitarbeiter zu fördern
  • Es sollte stets ausdauernd und unnachgiebig nach den zentralen Verursachern von Problemen gesucht werden. Erst nach der Analyse über Änderungen nachdenken
  • Keine öffentliche Diskussion über den Sinn bestehender Regeln.
  • Beschlüsse sollten auf formeller Ebene möglichst schnell konsensfähig sein, um dann informell sofort in Frage gestellt zu werden.
  • Die Veränderungsgeschwindigkeit auf Beschlussebene sollte stets größer sein als auf Umsetzungsebene.

gefunden via: blog.coremedia – related (das Interview mit Prof. Kruse habe ich schon einmal empfohlen)