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barcamp Hannover 2011

Jedes barcamp hat seine besonderen Seiten. In Hannover habe ich das erste Mal erlebt, dass Schüler über das ganze Wochenende die Cafeteria betreut haben. Höchsten Respekt und vielen Dank für diese Leistung.

Diesmal haben sich zwei Vorschläge bewährt, die immer wieder mal wieder in den (Luftschloss-)Planungen für’s nächste Camp genannt werden.

Eine oft gehörte Idee ist, ein Schulgebäude zu nutzen. An der Buhmann Schule haben sich die gleich großen Session-Räume nun bewährt. Diese Überlegung ist bislang häufig an der Versicherung des öffentlichen Trägers gescheitert. Wobei in vielen Schulen wohl für Beamer extra gesorgt werden müsste, die waren hier schon vor Ort.

Und es war mein erstes barcamp ohne Mittagspause. Statt eines warmen Mittagessen gab es den ganzen Tag über Salate und belegte Brötchen. Das Mittagessen wurde deutlich entzerrt, es gab nie Stau am Buffet. Somit lässt sich nicht in jeder Stunde eine Session besuchen, erfahrene barcamper wissen aber, dies auch sonst kaum vorkommt. Die Gespräche sind einfach zu gut.

Neben den üblichen Sessions gab es wieder interessante neue Formate. Der Gadgetstreichelzoo von Achim zum Beispiel.
Von den besuchten Sessions möchte ich „Offliner verstehen“ von @Weltenkreuzer herausgreifen. Er hat schön erklärt, wie sich ein unterschiedlicher Erfahrungsschatz auf den Umgang mit einer neuen Technik auswirkt und damit meine Urlaubslektüre perfekt ergänzt.

Noch einmal Danke für zwei tolle Tage an das Orgateam Nicole, Rene und Tobias.


Oh, und danke an den Zoo Frankfurt für die Illustration meiner Session.

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Von Marken und dem Recht der Allgemeinheit

Angesichts der Montagspedigt danke ich noch einmal Tom Klose für seinen Vortrag am Webmontag 31, von Marken und Menschen. Eine grandiose Inspiration.

Mit dem gängigen Markenrecht mag sich ein Unternehmen gegen Konkurrenten verteidigen können, aber nie gegen die Allgemeinheit! Die Versprechen einer Marke sind im Konsumdschungel eine der wenigen Hilfslinien außerhalb von konkreten Erfahrungen mit einem Produkt. Eine Marke will letztendlich Gefühle und Werte vermitteln. Ein guter Brand Designer schafft es, diese in Gestaltungsrichtlinien, Farben, Namen und vielleicht ein Logo zu konzentrieren, ein guter PR-ler schafft daraus ein schlüssiges Kommunikationskonzept. Dabei sind beide dem kulturellen Hintergrund und dem Zeitgeist unterworfen. Gefühle und Werte entspringen aber einer tieferen Ethik oder Moral und werden durch aktuelle Geschehnisse und Dialoge geprägt.

Ein eisernes Festhalten an Regeln, die zu einem willkürlich gewählten Zeitpunkt — als genug Geld für einen Brand Designer/PR Berater in der Kasse war — aufgestellt wurden, erinnert an den Fluch über die ungezogene Jugend, der wohl so alt wie die Zivilisation selbst und zeugt von Ignoranz gegenüber der allgemeinen Entwicklung. Eine Marke als Konzentration von Gefühlen und Werten ist aber subjektiv. Sie ist geprägt von den eigenen Erfahrungen mit den erlebten Wertversprechen, den Erfahrungen anderer führt zu einer Erwartung in der Zukunft. Ein eintöniges Predigen der Markenversprechen ohne Chance zum Dialog spricht der menschlichen Natur Ihre Einzigartigkeit ab und vermittelt eine abgehobene Stellung.

Jede Marke lebt von der Allgemeinheit und gehört auch der Allgemeinheit. Einzelne Aspekte mag ein Markenrecht oder Geschmacksmuster schützen, nicht aber den Kern selbst. Die Kunst besteht nun darin, den Kern zu wahren und zu formen, in letzter Konsequenz auch dadurch, dass einzelne (Rand-)Aspekte durchaus verwässert werden. Social Media, vielgeliebt und vielgehasst, schafft lediglich eine Transparenz im Rückkanal, die es so noch nicht gab. Logos wurden aber schon früher in Schulheften verunstaltet, Marken im Gespräch mit neuen Akronymen belegt (BMW – Bring Mich Werkstatt). Wenn diese Markenverletzungen nun dokumentiert und damit verfolgbar werden, ist es dann nicht an der Zeit über das Recht der Gesellschaft an Begriffen und Gedanken neu nachzudenken?

Im angelsächsischen Raum beschreibt Public Domain sehr treffend den Anspruch der Allgemeinheit auf ein nicht explizit geschütztes Gut. Leider gehen in einer beschleunigten Welt die Werke immer später in die Public domain über, statt zügiger, wie es eigentlich angebracht wäre. Thanks, Sonny Bono.

In meinen Augen hat eine Gesellschaft das Recht und sogar die Pflicht, sich mit Ideen, Werken und Marken kreativ auseinanderzusetzen. Als Markeninhaber kann ich nur regelnd eingreifen. Es hift ungemein, sich der mittelbaren Steuerung bewusst zu werden und mit den neuen Mitteln von einem harten Steuerkreis zu einem intelligenten Regelkreis übergehen.

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alle Jahre wieder

Blogs halten sich hartnäckig und werden nicht sterben.

Noch in den Zeiten von technorati wurde regelmäßig der Totengesang angestimmt. Damals war noch vom Bürgerjournalismus die Rede, der gegen die Macht des Zeitungsverlage anrennt. Obwohl das vermutlich kaum die Motivation aller Blogger war.

Anschließend waren tumblr, posterous, Wave, Buzz, nun Google+ und zwischendurch sogar twitter die vermeintlich für den Untergang der Blogs verantwortlich.

Aber wir hatten doch nichts!

Robert beschreibt sehr ausführlich am Beispiel Küchenmesser, warum keines der neuen Tools Blogs vollkommen ersetzen kann. Early Adopter sind nunmal Spielkinder und probieren gerne Dinge aus.

cc by-nc XKCD

trau.kainehm ist ein nettes Beispiel für solche Versuche. Einige Zeit habe ich per Mail vom Handy – damals noch ein Nokia – Bilder von unterwegs gepostet. Galerie und Wiki sind inzwischen im Blog aufgegangen. Lange vor foursquare habe ich sogar per Blogpost eingecheckt.

Die hohe Linkdichte und die damit verbundene Sichtbarkeit bei Google hat für einen netten Hype gesorgt. Aber die Nutzung wandelt sich mit der Zeit und eine geringere Zahl an Links hat wohl hauptsächlich mit einer veränderten Kultur zu tun. Hat man nur für den Page Rank gebloggt, muss man halt seine Strategie um andere Mittel erweitern.

Andere Änderungen sind gravierender. Wenn ich die fb-Likes und die Herzen bei Instagram zähle, dann haben wir nicht zu loben verlernt. Wir loben im Übermaß und solange es bequem mit Mausklick geht. Hier trauere ich dem Zauber der ersten Stunden hinterher.

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Amazon schafft Klarheit

Seit Januar verwirrt Apple mit unklaren Regelungen zum In-App Purchase. Darf in einer App Content angeboten werden, der über einen anderen Weg bezahlt wird? Darf aus der App überhaupt auf Content verlinkt werden, der außerhalb der App gekauft werden kann?

Die Amazon Kindle App war immer die Referenz für ein vielfältiges In-App-Angebot, das sich aufgrund der Anzahl an Artikeln gar nicht über In-App-Purchase abbilden lässt.

Amazon entfernt nun den Link zum Shop und interpretiert die Regeln damit sehr streng. Im Gegensatz zu Indie-Entwicklern verfügt Amazon außerhalb des App-Stores über einen ausreichenden Bekanntheitsgrad und kann ohne Probleme auf die Werbung an der Stelle verzichten.

Kommentare zum Thema finden sich in diversen Sendungen von fanboys und bitsundso, t3n hat eine aktuelle Zusammenfassung, alex olma ebenso.

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Lasttest Tagesschau

Noch während der Tagesschaumeldung ist das neue Portal Lebensmittelklarheit am Boden. Faszinierend, wie viele Leute beim Fernsehen surfen und wie groß das Interesse an diesem Thema ist.
Wenn das Ministerium gut geplant hat, steht damit auch schon die zentrale Anlaufstelle für Informationen rund um den nächsten Lebensmittelskandal.

Respekt, dass das Portal trotz anscheinend großem Protest online gegangen ist. Die Frage nach dem Bedarf ist nach diesem Ansturm ja geklärt.

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