Category: my point of view

noch vier Tage auf Kickstarter – Dancing in Jaffa

Nach diversen Technikspielereien habe ich nun den ersten Film auf Kickstarter unterstützt.

Pierre Dulaine hat in Jaffa israelischen und palästinensischen Kindern Tanzen beigebracht. Aus Tanzschulzeiten kennt man vielleicht noch die zögerlichen Bewegungen der ersten Stunden und die spätere Selbstverständlichkeit, gemeinsam Tanzhaltung einzunehmen.
Das Ziel von $35.000 für die Post-Production ist schon erreicht, trotzdem kann das schöne Ziel von 1000 Unterstützern noch erreicht werden. Die ersten Bilder von Dancing in Jaffa zeigen bereits ein wirklich gelungenes Projekt, auf geht’s …

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Faules rosa Ei?

Angesichts der Aufregung um die neuen klischeebehafteten Überraschungseier drängt sich eine wesentlich weniger emotionsgeladene Frage  auf.

Ab sofort werden also zwei Sorten Überraschungseier angeboten, die sich hauptsächlich in der Art der Spielzeuge unterscheiden. Obwohl diese komischen Figuren schon immer im Zentrum der Werbung stehen, ist offiziell die Schokolade der Hauptbestandteil des Kombiprodukts. Somit gilt der verminderte Mehrwertsteuersatz von 7% für Lebensmittel. Das wurde schon öfter mal in Frage gestellt, zuletzt 2003, aktuell wird anhand der Herstellkosten entschieden.

Ist die neue Trennung nicht das Eingeständnis, dass das Spielzeug der Hauptbestandteil ist? Von rosa Schokostrudeln ist ja keine Rede, die scheint in beiden Fällen identisch zu sein.

Wäre interessant, ob jemand im BMF diese Betrachtungsweise teilt. Bei dem ähnlich gelagerten Fall mit Senf in Gläsern gibt es immerhin verschiedene Geschmacksrichtungen.

update: Antje Schrupp beschreibt nach der allgemeinen Aufregung auch noch einen interessanten Aspekt zur Abgrenzung zwischen den beiden Sorten.

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Artists in Streaming Bilbliotheken

Die schöne neue Streaming-Welt zeigt nebenbei auch, eng inzwischen der Begriff des Künstlers gefasst wird.

Spotify rühmt sich wie ähnliche Dienste auch, Millionen von Titeln in der Datenbank verfügbar zu haben. Üblicherweise folgt die Sortierung der Titel immer dem bekannten Album/Artist-Schema.

Spotify Suche "Rossini Magpie"

Interessant wird es, wenn man in der Zeit etwas zurück geht und nach romantischer (oder alternativ klassischer) Musik sucht, hier e.g. die Ouvertüre der diebischen Elster von Gioachino Rossini.

Rossini ist in diesem Fall der Komponist. Als Artist kommen aber ebenso das Orchester und der Dirigent in Frage, bei einem Solokonzert noch der Solist oder sogar der Arrangeur, wenn etwa ein sinfonisches Werk für ein Kammerorchester bearbeitet wurde. Die diebische Elster ist streng genommen auch das Werk, der Titel wäre Ouvertüre.

Die ID3-Tags sehen alle Felder vor, in den seltensten Fällen sind alle sauber gepflegt. Die Sammlungen von Streaming-Diensten sind in den von mir getesteten Fällen auch voll mit diversen “100 Classical Masterpieces”-CDs, die von größeren Werken nur einen einzigen Satz enthalten. Eine vollständige Aufnahme, etwa aus der neuen Welt zu finden ist schon eine Herausforderung. Wenn Kontor.fm dann noch zwischen dem dritten und vierten Satz seine Werbung spricht, ist alles zu spät.

Im Artist/Album Schema ist für diese Vielfalt kein Platz. Gut, die Diabelli-Variationen zeigen, dass auch schon früher niemand gerne den Ruhm entlang der Kulturschöpfungskette geteilt hat. Gewissermaßen hat das Drängen von Richard Strauss, die Tonsetzer sicher zu finanzieren, langfristig zu einer Arbeit im Verborgenen geführt. Man merkt eine allzu bekannte Feder noch, wenn man ein Musical direkt zwei anderen Interpreten zuschreiben möchte.

Ganz interessant ist, dass im Hip-Hop-Umfeld sowohl die Produzenten wesentlich sichtbarer sind, als auch mit den feat.-Titeln Kooperationen aktiv bekannt gemacht und beworben werden. Insgesamt wird es der Urheberrechtsdebatte gut tun, wenn man immer alle Stufen der Musikschaffenden und eine mögliche Vergütung betrachtet.

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Wie das Internet geregelt wird

Heute ist die Broschüre “Wie das Internet funktioniert” (pdf) vom Verein Digitale Gesellschaft e.V.[1] erschienen und stellt zentrale Begriffe des Internet kurz und verständlich dar. So weit, so gut. Der Blick auf eine heutige Pressemitteilung einiger Adressaten offenbart jedoch die Lücken.

[…] wir einen klaren Rechtsrahmen im Internet brauchen, so wie es in der realen Welt selbstverständlich ist.

Auch in anderen Zusammenhängen wird immer wieder von klaren Rechten gesprochen, vom “rechtsfreien Raum” hört man zum Glück immer weniger.

klare Grenzen verschwimmen online

Nicht nur die Grenzen zwischen den Staaten verschwimmen online. Auch innerhalb der Staaten treffen einzelne Rechtsgebiete unterschiedliche Regelungen und sorgen immer wieder für Unsicherheit. Manch  mangelhafter Mustertext war richtig teuer, manch konkrete Regelung nicht verfassungsgemäß.

“Das Internet” lässt sich nicht in ein einzelnes Gesetz pressen. Es ist Treffpunkt, Handelsplatz, Bühne, Arbeitsplatz, Vorlesungssaal, Postweg, Lagerhalle, Distributionskanal, Traumschloss, Schlachtfeld und vieles mehr.

Nico Lumma fragte, was wir eigentlich wollen. Ich will, dass jeder für sich einmal die Werte ordnet und dass jeder Eingriff in die Infrastruktur gegen die Ansprüche anderer Rechtsgebiete geprüft wird.

Und wenn der Schutz des geistigen Eigentums für einige höher als das Briefgeheimnis steht, wird in der realen Welt selbstverständlich auch deren Post von der VG Wort geöffnet.

Da alle Internet-Technik auf IP-Paketen basiert, wird jede technische Maßnahme immer den gesamten Netzwerkverkehr betreffen.
Jede Regelung zu geistigem Eigentum Verwertungsrechten trifft Amateure und Profis, Teilöffentlichkeit und Weltöffentlichkeit.

Es ist schwer, unter diesen Voraussetzungen Gesetze zu schreiben und wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Gesetzesvorhaben an den Vorbehalten fremder Rechtsgebiete scheitern.

Produktionsmittel sind verdammt günstig geworden und auch eine Firmengründung lässt sich unter Umständen einfach finanzieren.

“Here be dragons” und Arbeitsplätze

Für die Parlamentarier sind in meinen Augen noch mindestens zwei Unterlagen notwendig.

  • Neben einer Übersicht der Technik fehlt noch eine Skizze der rechtlichen Zuständigkeiten, im Idealfall getrennt nach EU, Bund und Ländern.
  • Die Vorteile des Internets lassen sich sicher auch jenseits von liberté, égalité, fraternité ausdrücken. Umsatz und Arbeitsplätze von Startups, eCommerce, Netflix, etc..

Beides leider Inhalte, die von Juristen bzw. Statistikern sauber aufbereitet werden müssen.

[1] Der Verein Digitale Gesellschaft e.V. wurde auf der re:publica ’11 etwas überstürzt gegründet und auch ich konnte erst wenig damit anfangen. Neulich hat Markus Beckedahl bei Philip Banse ausführlich die Arbeitsweise erklärt und nun tritt der Verein auch mit immer mehr Aktionen in Erscheinung.

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SOPA Blackout

SOPA und PIPA kurz zu erklären, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Es geht mal wieder um Urheberrechte, Netzneutralität, DMCA, fair use und all die netten Dinge, bei denen amerikanische und deutsche Rechtsauffassungen gerne munter durchmischt werden.

Die europäischen Auswirkungen werden durch ACTA konkret, daneben gibt es Raum für jede erdenkliche Dystopie.

trau.kainehm wird mit dem allgemeinen Protest morgen nicht erreichbar sein. Von den WordPress-Plugins habe ich Go Dark gepickt.

 

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