geerbtes Hierarchiedenken?

Annette Kielholz hat in ihrem Buch Online-Kommunikation ein Interview mit Fred Kindle, zu diesem Zeitpunkt CEO von ABB veröffenlicht.

Die menschliche DNA erlaubt uns nicht, uns vom hierarchischen Denken zu entfernen.

Problematisch ist nach Kindle nur der Wissens- und Machtmißbrauch in hierarchischen Strukturen. Die erhöhte Transparenz durch die zunehmende Vernetzung erschwert solchen Mißbrauch, schafft die Hierarchien als bewährtes Koordinationsmittel jedoch nicht ab.
Negative Begleiterscheinung ist nur der “Exzess an Tranparenz” und die verkürzte Weitergabe von Informationen. Ein Re-tweet ist schnell verschickt und kann für Aufregung sorgen, die Originalquelle mag bei weitem nicht so schlimm sein (im Interview ist noch von Nachrichtentickern die Rede).

Ein kurzer Reality-Check der freien-Projekte zeigt, wie gut diese Einschätzung ist:
Ubuntu hat Mark Shuttleworth, RedHat hatte Alan Cox, Linux hat Linus Torvalds, GNOME hat Miguel de Icaza, wikipedia hat Administratoren, Bürokraten, Moderatoren und Sysops, …

My 2cents:

  1. Das verleitet zu dem Schluss, dass sich Social Software in Betrieben besonders schwer tut, in denen
    • Wissens- und Machtmißbrauch ausgeprägt stattfindet
      weil die entstehende Transparenz direkt sabotiert wird.
    • keine klaren Hierarchien existieren
      aus Angst vor sich unkontrolliert bildenden und unkontrollierbaren Hierarchie
    • Netzsensibilität seitens der Unternehmenskultur nicht gewollt ist
  2. Selbstorganisation benötigt stabile Rahmenbedingungen und klare Leitbilder.

die Welt ist klein:

Joachim Lindner stellt am kommenden Enterprise 2.0 FORUM die Social Software Projekte bei ABB vor.

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